06.12.2013

Polarexpress

Klirrende Kälte. Es zieht an allen Ecken und Enden. Kleine Atemwölkchen bilden sich beim Reden und ich reibe meine eiskalten Hände um sie aufzutauen. Wo ich mich befinde? Na im Zug von Kufstein nach München!


Klein aber oho: Wärmende Hülle für kalte Zeiten.

Es ist kurz vor 06:00 Uhr in der Früh. Abgehetzt und leicht verschwitzt erreiche ich mal wieder in letzter Sekunde meinen Zug. Sofort entledige ich mich meiner Jacke um erst einmal auszudampfen und mache es mir auf meinem Platz gemütlich – sofern das überhaupt möglich ist, da es sich eher anfühlt als würde ich auf einer harten Holzbank sitzen und nicht auf einem gepolsterten Platz.

Keine zehn Minuten später geht es los: Die Lüftung arbeitet auf Hochtouren und bläst eiskalte Luft in das Abteil. Von den Beinen kriecht die Kälte langsam meinen Körper hinauf. Schnell ziehe ich meine Jacke wieder an und schlinge die Arme fest um meinen Oberkörper, um mich warm zu halten. Doch es hilft alles nichts. Frierend und zitternd harre ich aus, bis ich endlich in München angekommen bin und den „Polarexpress“ verlassen kann.

Warum ich trotz Jacke friere, wird sich jetzt vielleicht der eine oder andere fragen? Das ist leicht erklärt: Zu diesem Zeitpunkt war es nicht Winter sondern Anfang Sommer und ich hatte keinen Wintermantel an, sondern nur einen leichten Cardigan! 
Doch als erprobte Pendlerin habe ich schnell die passende Lösung gefunden: eine zusammenfaltbare Daunenjacke. Diese hält nicht nur fein warm, sondern ist auch noch schön leicht und lässt sich so klein zusammenpacken, dass sie problemlos in meine Handtasche passt. Auch wenn ich teilweise etwas komisch angeschaut wurde, als ich mitten im Sommer meine Daunenjacke im Zug ausgepackt habe, bin ich doch der festen Überzeugung, dass meine Mitfahrer alle nur neidisch waren, dass ich es fein warm hatte und sie nicht.


Seitdem ist meine zitronengelbe Daunenjacke mein ständiger Begleiter auf Zugfahrten. Und auch im Winter kommt sie zum Einsatz, sei es als Kopfpolster oder zusätzliche Decke, denn ganz nebenbei erwähnt scheint „Heizung“ für die Bahn ein Fremdwort zu sein.

7 Kommentare:

Katharina Maurus hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Alexandra hat gesagt…

Liebe Julia,

genau dieses Problem kenne ich auch! Ich fahre alle acht Wochen mit dem Zug zu meiner Familie. Man sollte meinen, dass dies eigentlich entspannter sein sollte, als eine Autofahrt. Doch weit verfehlt! Nicht nur aufgrund der ständigen Ausfälle, Verspätungen und Überfüllungen wird die Fahrt meist zu einem Höllentrip, sondern auch wegen des „Bahn‘schen Lüftungsproblems“.
Deinen Daunenjacken-Tipp finde ich super - für den Sommer. Doch die Bahn hat auch im Winter ein Problem. Draußen ist es extrem kalt und im Zug viel zu heiß! Während meiner Zugfahrten im Winter verwandelt sich der Polarexpress aus dem Sommer zur Sauna auf Rädern. Hast du auch einen Tipp dafür, wie man sich Winter-Zugfahrten so angenehm wie möglich machen kann? Das wäre super!
Gerne würde ich wissen, wo man solche zusammenfaltbaren Daunenjacken kaufen kann. Kannst du mir da weiterhelfen?

Liebe Grüße und angenehmes Pendeln,

Alexandra

Philippa hat gesagt…

Julia, dein Eintrag ist witzig geschrieben und dennoch sehr informativ. Das gefällt mir! Die kalten Gebläse in den Zügen sind ein allgemeines Problem. Oft geht es mir auch im Flugzeug so. Dort werden zum Glück dann Decken angeboten. Vielleicht könnte man dies auch in den Zügen anschaffen?
Super finde ich die Wahl deiner Überschrift, weil sie wirklich das verkörpert was du in deinem Text erzählst. Auch ich würde gerne wissen, wo man eine zusammenfaltende Daunenjacke findet? Vielleicht jedoch nicht in zitronengelb ;).
Ein fröhliches Pendeln weiterhin!

Grüße,

Philippa

Katharina Maurus hat gesagt…

Wieso ist es das allgegenwärtige Problem bei der Bahn, dass es im Sommer viel zu heiß ist und im Winter viel zu kalt?
Noch dazu ist es mir auch schon oft passiert, dass es im Sommer eisige Temperaturen hatte. Oft hatte ich Angst, mich zu erkälten. Das ist genau wie im Flugzeug! Und diese Temperaturregler funktionieren eh nicht... Woher hast du denn diese praktische Jacke? Wahrscheinlich ist sie für jede Pendlerin ein Muss!
liebe Grüße

Unknown hat gesagt…

Wirklich eine super Idee mit der Jacke! Kann mir gar nicht vorstellen, dass man Daunen sooo klein zusammenfalten kann. Würde mich auch interessieren, wo man so ein tolles Ding herbekommt ;)

Stefanie Danzl hat gesagt…

Liebe Julia,

Das Thema Eures Blogs finde ich sehr spannend und ich denke es hat großes Potential. Mir fehlen nur ein paar mehr Fotos und bei dem ein oder anderen Beitrag auf eurem Blog eine richtig knallende Pointe am Ende um dem ganzen den letzten Schliff zu geben. :) Da ich selbst aus Tirol bin finde ich deine Beiträge sehr amüsant und kann mich total mit deinen Anekdoten identifizieren. Würde auch sehr gerne wissen wo man denn das gute Stück in Zitronengelb kaufen kann? Das fehlt mir noch in meiner Pendlerausrüstung! ;)

Liebe Grüße,
Steffi

Julia H hat gesagt…

Die gelbe Daunenjacke und das Objekt der Begierde zahlreicher Kommentare ist von Malvin und beispielsweise bei Peek & Cloppenburg erhältlich.
Liebe Alexandra, für den Winter und das Problem, dass es häufig viel zu heiß in den Zügen ist, empfehle ich das klassische Zwiebelsystem, das hilf immer :)