10.01.2014

Durchsage: Sabine, 21, erzählt ...

Ich bin zwar keine Pendlerin, aber als ich einen Kurztrip nach Berlin gemacht habe, war ich auf die U- & S-Bahnen angewiesen. Was mir und meiner Freundin dort passiert ist, möchte ich nie wieder erleben:

Sabine erlebte in Berlin den Schock ihres Lebens

Morgens auf dem Weg zum „Alex“-Einkaufszentrum: Meine Freundin und ich steigen in die U-Bahn Richtung „Alexanderplatz“. Glücklicherweise ergattern wir noch den letzten Sitzplatz und fangen an, uns lustige Geschichten zu erzählen und hören nebenbei ein bisschen Musik. Unser Gelächter geht den Menschen bestimmt auf den Geist, aber was soll's. Musik im Ohr und lautes Lachen: wir bekommen gar nichts anderes um uns herum mit. Nach zwei Stationen sind es weniger Menschen in unserem Abteil. Nach dem Dritten sitz gar keiner mehr in der Bahn. Wir denken uns nichts und finden es sogar noch cool allein im Abteil zu sein. Wir laufen rauf und runter, machen lustige Fotos. Meiner Freundin, Laura schaut zwischendurch in die andere Abteile – keine Menschenseele. Sie fragt mich „Meinst nicht, dass hier was komisch ist?“ Ich verneine und laufe weiter rauf und runter.

Die Bahn hält erneut. Der nächste Halt – denken wir. Doch nein! Wir schauen raus. Wir haben mitten auf dem Gleis gehalten, an einem Bahn-Abstell-Platz. Jetzt werde auch ich unruhig. Irgendwas stimmt tatsächlich nicht. Was sollen wir jetzt machen? Wir laufen wieder auf und ab – diesmal nicht aus Spaß, sondern aus Panik. Wir drücken den Notstopp – sinnlos, denn wir stehen ja längst. Der nächste Einfall – die Tür öffnen. Wir lesen uns die Beschreibung durch und schon drücken wir die Tür nach außen. Ziemlich schwierige Sache, aber wir schaffen es. Da stehen wir nun. Mitten auf dem Gleis blicken wir uns um. Weit und breit keine U-Bahn-Station, sondern einfach nur Schienen.

„Was macht ihr denn hier????“ hören wir aufgeregt von Links. „Seid ihr lebensmüde? Geht sofort von den Gleisen!!“ - ja, da dachten wir natürlich nicht dran. Klar, könnte jeden Moment eine Bahn kommen und uns überfahren. Noch panischer und ängstlicher steigen wir zurück in das Abteil. „Wieso seid ihr denn noch hier drin? Ich habe doch dreimal eine Durchsage gemacht, das bitte alle Passagiere am Alexanderplatz aussteigen sollen!“ Überrascht und peinlich berührt schauen wir den Lockführer an. „Setzt euch hin, ich fahr euch zurück“ Ende der Geschichte: der arme Mann durfte wegen uns noch eine extra Runde fahren. Wir hatten den Schock unseres Lebens und passen seither immer auf in Bahnen.

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