08.11.2013

Die Leiden des jungen Pendlers

Neulich saß ich mal wieder in meinem Lieblingszug um 6:00 Uhr morgens. Zugegeben, um diese Uhrzeit macht so ziemlich überhaupt nichts Spaß. Doch es gibt noch ganz andere Dinge, mit denen Pendler täglich zu kämpfen haben.

Morgens, noch leicht verschlafen in der Bahn.

Aber sich dann auch noch um einen Sitzplatz beinahe prügeln zu müssen, das kann sogar dem überzeugtesten „Ich-bin-immer-gut-drauf-und-hab-für-jeden-ein-Lächeln-übrig-Menschen“ den Morgen so richtig verhageln.

Nun gut. Hab ich es dann geschafft mit all meinen physischen Fähigkeiten den wohl verdienten Sitzplatz zu ergattern, kann ich es mir endlich ein wenig gemütlich machen. Allerdings gibt es immer wieder jemanden der vor mir den Sitz nach hinten klappt und die noch verbliebenen 5 cm Platz für die Beine „klaut“. Nach fünf Minuten in denen ich leise vor mich hin geflucht habe, werden die Kopfhörer in die Ohren gestöpselt und den Klängen meiner Lieblingsmusik gelauscht. Und dann, wie soll es auch anders sein, stoppt der Zug an der nächsten Haltestelle und ein etwas korpulenter, älterer Herr setzt sich neben mich.

Natürlich verstaut dieser erstmal so geräuschvoll seine Jacke und seine Tasche, dass auch wirklich das gesamte Zugabteil weiß, dass dieser Herr jetzt eingestiegen ist. Soviel dazu. Aber am allerbesten ist die Tatsache, dass sich diese Herrschaften von den Kopfhören, die ich ja bereits im Ohr hat, so gar nicht ablenken lassen und freudig ein Gespräch beginnen.

Das ist dann der Moment, in dem der Gedanke aufkommt, nicht doch vielleicht aus dem fahrenden Zug zu springen und die restlichen 50 Kilometer zu Fuß zu gehen. Ok, das mag jetzt ein wenig melodramatisch klingen, aber ich muss zugeben, dass mir dieser Gedanke bereits das ein oder andere Mal durch den Kopf gegangen ist. Als Pendler hat man es eben einfach nicht leicht.

4 Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Danke! Du sprichst mir aus der Seele. Auch ich bin Pendlerin, Gott sei Dank beschränkt sich das auf das Wochenende. Mein "Ich-spring-gleich-aus-dem-Zug-Moment" sind Kinder. Und damit meine ich schreiende Kinder. Schön, dass es nicht nur mir so geht :)

Tanja hat gesagt…

Ohja auch ich kenne dieses Problem nur zu gut. Bin auch jeden Tag auf die gute alte S-Bahn angewiesen. Sehr ärgerlich finde ich auch Leute, die ihre Musik so laut hören, dass der ganze Zug unfreiwillig mithören muss ;)

Unknown hat gesagt…

Dieser Artikel macht seinem Namen wirklich alle Ehre! Kann ich gut nachvollziehen!

Christina Grimm hat gesagt…

Und immer wenn man denkt, schlimmer geht es nicht mehr wird man doch wieder aufs Neue überrascht. Und Überraschungen sind ja bekanntlich nicht immer positiv! :D