Überfüllter Zug, aber Totenstille. Niemand unterhält sich, keiner sieht aus dem Fenster. Stattdessen schauen alle wie besessen auf ihr Smartphone. Alle, außer drei Kinder, die halten lieber etwas anderes in den Händen.
Ich fahre seit diesem Semester jeden Mittwoch und jeden Donnerstag mit dem gleichen Zug - 6:56 Uhr von meinem Heimatort. Der Zug, in dem die meisten Schüler und Studenten sind. Genau die Generation, die bekanntlich am wenigsten redet und dafür mehr "whatsapped". Und exakt das wird in diesem Zug bestätigt. Doch drei kleine Ausnahmen gibt es und ich gehöre da nicht dazu, denn das Handy ist bei längeren Zugfahrten überlebenswichtig.
Zwei Jungen und ein Mädchen , die immer auf dem gleichen Platz sitzen und ca. 11 Jahre sind, halten zwar etwas in den Händen, allerdings sind es kein Handys. Es sind Karten. Die drei spielen Schafkopfen. Zwischen allen Schülern, die vermutlich eher Schafkopfen auf dem Handy spielen würden, unterhalten sich diese drei Kinder. Und zwar wirklich nur diese Drei, ansonsten sind alle still. Völlig fasziniert und zugleich begeistert davon, dass unsere Gesellschaft noch nicht völlig der Technik verfallen ist, sehe ich den Kleinen seit nun mehr als zehn Wochen beim realen Kartenspielen zu. Sogar öfter, als wie ich auf mein iPhone schaue.
Meine Hoffnung erlosch aber am vergangen Dienstag: "Schaut mal was ich zum Geburtstag bekommen hab!" Einer der Jungs zeigte stolz sein Handy. "Ich bin auch schon voll gut in Fifa!" Jetzt ist es wohl vorbei mit dem Karten spielen. Irgendwann wird jeder von der Technik in den Bann gezogen, wie und ob wir da rauskommen...keine Ahnung. Ist nur abzuwarten, wann die anderen beiden Kinder ebenfalls ein Handy, anstatt Karten zum Spielen benutzen.
4 Kommentare:
Wirklich sehr amüsanter und irgendwie auch tragischer Artikel! Vorbei sind die Zeiten, in denen man wenn überhaupt Tetris oder Snake auf seinem Handy spielte. Ich würde mir allerdings noch ein paar Bilder dazu wünschen.
Heutzutage ist es auch anscheinend (Quelle Großonkel) "normal", dass die Kinder der 3. oder 4. Klasse bereits ein Smartphones besitzen. Ich erinnere mich zurück - mein erstes Handy war ein Samsung, Mega groß. Bekommen habe ich es in der fünften klasse, um anzurufen, wenn ich meinen Bus verpasst habe.. Meinen Kindern werde ich den Vogel zeigen, wenn sie mit zehn Jahren ein iPhone wollen. Wobei man da wieder im Zwiespalt ist: Wird mein Kind dann ausgegrenzt?!
Eigentlich echt traurig und schade, dass durch diese ganze Smartphone-Abhängigkeit die persönliche Kommunikation auf der Strecke bleibt. Früher hat man im Zug noch interessante Menschen kennen gelernt, lustige Geschichten ausgetauscht und heutzutage versteckt sich jeder nur noch hinter seinem Handy...
Ich finde es auch tragisch, vor allem es ist wirklich so - hat man nicht das neuste iPhone ist man schon out - sogar in dem Alter!
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